Ankerketten

Ankerkette mit Schäkel und Wirbel verbinden: die sichere Endverbindung

Die Verbindung zwischen Anker und Kette ist so stark wie ihr schwächstes Teil. Schäkel, Wirbel und Verbindungsglied sollten mindestens die Arbeitslast der Kette erreichen und aus derselben Güte bestehen. Den Schäkelbolzen sichern Sie mit Draht oder Splint, und die Kette wird im Kettenkasten so befestigt, dass sie sich im Notfall schnell lösen lässt.

Steel-Deal Ratgeber · aktualisiert am · Lesezeit 4 Minuten

Anker in der Bugrolle einer Yacht mit Ankerkette und Bugbeschlägen

Das Wichtigste in Kürze

  • Vergleichen Sie Bruchlast und Arbeitslast jedes Teils mit der Kette. Ein Ankerwirbel für 6 bis 8 mm kann schwächer sein als eine 8-mm-Kette.
  • Zu einer Duplex-Kette passen Verbindungsglied und Lasthaken der Güteklasse 6 aus Duplex für dieselbe Kettenstärke; sie haben die Arbeitslast der Kette.
  • Ein Rundschäkel aus A4 braucht mehr Drahtstärke als die Kette und muss trotzdem durch das letzte Kettenglied und das Auge am Ankerschaft passen.
  • Schäkelbolzen immer sichern: mit Edelstahldraht oder Takelgarn durch das Bolzenauge, mit Splint oder Sicherungsmutter.
  • Ein Ankerwirbel trägt nur in Längsrichtung voll. Ausführungen mit Gelenk gleichen den Winkel am Bugbeschlag aus.

Vom Anker bis zum Kettenkasten

Das Ankergeschirr besteht aus mehreren Gliedern, und jedes davon muss die volle Last tragen:

  1. Anker: Am Ankerschaft sitzt ein Auge oder ein Schlitz.
  2. Verbindung zum Anker: ein Schäkel, ein Verbindungsglied oder ein Ankerkettenwirbel.
  3. Ankerkette: über die Bugrolle und die Kettennuss der Winde.
  4. Kettenstopper oder Kettenkralle: nehmen die Last vor Anker von der Winde.
  5. Kettenende im Kasten: befestigt, aber im Notfall schnell zu lösen.

Das schwächste Glied bestimmt die Last

Für die Verbindung am Anker gilt eine einfache Regel: Kein Teil darf schwächer sein als die Kette. Die folgende Tabelle stellt eine 8-mm-Ankerkette aus A4L und aus Duplex den Verbindungsteilen gegenüber, die für diese Größe in Frage kommen:

8-mm-Ankerkette und mögliche Verbindungsteile

TeilBruchlastArbeitslast
Ankerkette Duplex, ähnlich DIN 766, 8 mm6.700 kg1.600 kg
Ankerkette A4L, ähnlich DIN 766, 8 mm5.300 kg1.250 kg
Verbindungsglied Duplex GK6, für Kette 8 mm6.400 kg1.600 kg
Lasthaken mit Gabel Duplex GK6, für Kette 8 mm6.400 kg1.600 kg
Rundschäkel mit Splint Duplex GK6, 14 mm6.250 kg1.250 kg
Ankerkettenwirbel mit Gelenk A4, für Kette 6 bis 8 mm3.290 kg850 kg
Ankerkettenwirbel A4, für Kette 6 bis 8 mm3.290 kg850 kg
Ankerkettenwirbel für Bugrolle A4, für Kette 8 bis 10 mm5.680 kgnicht angegeben
Rundschäkel A4, 8 mm3.000 kgnicht angegeben
Rundschäkel A4, 10 mm4.300 kgnicht angegeben
Rundschäkel A4, 12 mm6.600 kgnicht angegeben

Werte aus den technischen Daten der Artikel im Shop. Alle Angaben gelten bei axialer Belastung in Längsrichtung.

Drei Dinge fallen auf. Erstens sind Verbindungsglied und Lasthaken der Güteklasse 6 aus Duplex auf die Kette abgestimmt; ihre Arbeitslast entspricht der Kette. Der Rundschäkel der Güteklasse 6 wird nach Drahtstärke und Arbeitslast gewählt, nicht nach Kettenstärke; in der Größe, die noch durch ein 8-mm-Glied passt, liegt seine Arbeitslast unter der Kette. Zweitens erreicht ein Ankerkettenwirbel für 6 bis 8 mm nicht die Bruchlast einer 8-mm-Ankerkette; in der Bruchlast entspricht er eher einer 6-mm-Kette. Drittens braucht ein Rundschäkel aus A4 eine deutlich größere Drahtstärke als die Kette, um auf ihre Bruchlast zu kommen. Prüfen Sie dann, ob der größere Schäkel noch durch das letzte Kettenglied und das Auge am Anker passt.

Schäkel: Bauform und Sicherung

Für die Verbindung am Anker eignet sich ein Rundschäkel in gerader Form. Der geschweifte Schäkel ist für Verbindungen gedacht, an denen mehrere Leinen in wechselnder Richtung ziehen. Zur Auswahl:

  • Rundschäkel mit Schraubbolzen: der Standard. Den Bolzen fest anziehen und mit Edelstahldraht oder Takelgarn durch das Bolzenauge am Schäkelbügel sichern. Dieses Sichern heißt Mausing.
  • Rundschäkel mit Mutter und Splint: Der Bolzen wird mit Mutter und Splint gesichert und kann sich nicht herausdrehen.
  • Rundschäkel mit Sicherung: Bei den Secur-Schäkeln mit TX20 und Pin verhindert ein Stift das Lösen des Bolzens.
  • Rundschäkel mit Splint, Duplex, GK6: mit angegebener Arbeitslast; wählen Sie die Größe so, dass die Arbeitslast zur Kette passt und der Bügel durch das letzte Glied geht.
  • Schwarzer Rundschäkel: Der schwarze Rundschäkel aus A4 hat dieselbe Bruchlast wie der blanke gleicher Bauart. Am Ankergeschirr reibt die Kette die schwarze Oberfläche mit der Zeit ab.

Ankerwirbel: wann er hilft und worauf es ankommt

Ein Ankerwirbel verhindert, dass sich die Kette verdreht, und richtet den Anker beim Einholen in der Bugrolle aus. Dafür ist er ein zusätzliches Glied mit eigener Last. Beachten Sie zwei Punkte:

  • Lastrichtung: Bruchlast und Arbeitslast gelten nur bei korrekter axialer Belastung. Liegt der Anker schräg in der Bugrolle oder zieht die Kette quer, wird der Wirbel seitlich belastet. Ein Wirbel mit Gelenk gleicht diesen Winkel aus.
  • Größe: Die Wirbel sind für einen Kettenbereich ausgelegt, zum Beispiel 6 bis 8 mm. Vergleichen Sie die Bruchlast mit Ihrer Kette, nicht nur den Kettendurchmesser.

Wer auf den Wirbel verzichtet, verbindet Kette und Anker direkt mit einem Schäkel oder einem Verbindungsglied. Das ist die Verbindung mit den wenigsten Einzelteilen.

Werkstoff abstimmen

Verbinden Sie eine Edelstahlkette mit Teilen aus Edelstahl. Ein verzinkter Schäkel an einer Edelstahlkette korrodiert an der Kontaktstelle zuerst, weil das Zink das unedlere Metall ist. Zur Duplex-Kette passen Verbindungsteile aus Duplex, zur A4L-Kette Teile aus A4 oder Duplex. Hintergründe zu den Werkstoffen erklärt der Artikel V2A, V4A oder Duplex am Boot.

Kettenkralle und Kettenstopper

Liegt das Boot vor Anker, sollte die Last nicht dauerhaft auf der Winde liegen. Eine Kettenkralle hakt in ein Kettenglied ein und leitet die Last über eine Leine auf eine Klampe oder einen Poller. Die Leine federt dabei Lastspitzen ab. Ein Kettenstopper an Deck hält die Kette direkt. Kettenkrallen und Kettenstopper sind für bestimmte Kettenstärken gebaut, die Angabe steht in den technischen Daten.

Montage Schritt für Schritt

  1. Maße prüfen: Passt der Schäkelbolzen durch das letzte Kettenglied und durch das Auge am Ankerschaft?
  2. Last prüfen: Erreichen Schäkel, Wirbel und Verbindungsglied mindestens die Arbeitslast der Kette?
  3. Bolzen einschrauben und fest anziehen. Für Edelstahlgewinde hilft ein Schmiermittel für Edelstahl gegen Festfressen.
  4. Bolzen sichern: Mausing mit Edelstahldraht, Splint oder Sicherungsmutter.
  5. Kettenende im Kasten mit einer Leine befestigen, die sich im Notfall durchschneiden lässt.
  6. Die Verbindung zu Saisonbeginn und nach starkem Wetter prüfen: Sitz des Bolzens, Sicherung, Verschleiß an Kette und Schäkel.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Ankerwirbel?

Nicht zwingend. Ein Wirbel verhindert, dass sich die Kette verdreht, und richtet den Anker in der Bugrolle aus. Er ist aber ein zusätzliches Teil mit eigener Last. Wenn Sie einen verwenden, wählen Sie einen Wirbel, dessen Bruchlast zur Kette passt, möglichst mit Gelenk.

Welcher Schäkel passt zu einer 8-mm-Ankerkette?

Ein Rundschäkel aus A4 in 8 mm erreicht nicht die Bruchlast einer 8-mm-Ankerkette. Wählen Sie anhand der Tabelle oben einen Schäkel, dessen Bruchlast mindestens der Kette entspricht, und prüfen Sie, ob der Bolzen durch das letzte Kettenglied passt. Zu einer Duplex-Kette passt das Verbindungsglied der Güteklasse 6 für 8 mm, es hat die Arbeitslast der Kette.

Wie sichere ich den Schäkelbolzen?

Den Bolzen fest anziehen und mit Edelstahldraht oder Takelgarn durch das Bolzenauge und um den Schäkelbügel sichern. Alternativ verwenden Sie Schäkel mit Mutter und Splint oder mit Sicherungsstift.

Darf ich verzinkte Teile mit einer Edelstahlkette verbinden?

Besser nicht. In feuchter Umgebung korrodiert das Zink an der Kontaktstelle. Verwenden Sie Verbindungsteile aus Edelstahl.

Quellen und Normen

  • Technische Daten der Artikel im Shop: Bruchlast und Arbeitslast von Kette, Schäkeln, Wirbeln und Verbindungsgliedern; Angaben gelten bei axialer 1-Strang-Belastung ohne Aufspreizung

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