Schäkel
Schäkel von Sprenger als gerade, lange, gedrehte und geschweifte Ausführung, als Flach-, Schlüssel-, Schnapp- und Wirbelschäkel sowie als Tauwerkschäkel aus Dyneema. Dazu Schäkel der Marke Wichard und Schäkelöffner zum Öffnen und Schließen der Bolzen.
























Schäkel auswählen: Form, Bolzen, Werkstoff
Ein Schäkel verbindet zwei Bauteile lösbar miteinander. Für die Wahl zählen die Bügelform, die Art des Bolzens und der Werkstoff.
Bauformen
| Bauform | Merkmal |
|---|---|
| D-Schäkel | gerader Bügel; bei Sprenger aus geschmiedetem nichtrostendem Edelstahl, auch in langer Ausführung |
| Geschweifter Schäkel | bauchiger Bügel mit mehr Innenraum; nimmt mehrere Leinen oder Seile auf |
| Gedrehter Schäkel | Bügel um 90° verdreht, etwa für einen Block auf einer Schiene oder an Taljen |
| Flachschäkel | flaches Profil mit Gewindebolzen |
| Schlüsselschäkel | bei Wichard: öffnet und schließt mit einer halben Drehung des Bolzens, für Fallen und häufiges Öffnen |
| Schnappschäkel | bei Sprenger aus gegossenem nichtrostendem Edelstahl; von Wichard als Schnappschäkel und als Regatta-Schnappschäkel mit Wirbel |
| Wirbelschäkel | Schäkel mit Wirbel und Gewindebolzen |
| Kausch-Schäkel | bei Wichard: Tauwerk wird direkt eingespleißt, eine zusätzliche Kausche entfällt |
| Tauwerkschäkel | aus Dyneema, ohne Metall; mit Zugband zum Öffnen |
Bolzen und Sicherung
Schäkel mit unverlierbarem Bolzen behalten den Bolzen auch geöffnet am Bügel. Bei den Wichard-Schäkeln mit unverlierbarem Bolzen rastet dieser in einer Vertiefung ein und lockert sich nicht durch Vibration. Wichard schreibt für seine Schäkel mit Schraubbolzen vor, den Bolzen ganz einzudrehen, bis Bund oder Kopf am Bügel anliegen, und dafür geeignetes Werkzeug wie einen Schäkelschlüssel oder Schäkelöffner zu verwenden.
Werkstoff
Die Edelstahlschäkel von Sprenger sind aus nichtrostendem Edelstahl; ein Schlüssel-Schäkel ist aus Messing. Wichard-Schäkel bestehen standardmäßig aus AISI 316L, mit HR gekennzeichnete Teile aus martensitischem, strukturgehärtetem Stahl AISI 630, bei Wichard als 17.4 PH bezeichnet. Wichard führt die Arbeits- und Bruchlasten seiner geschmiedeten Schäkel auf das Schmiedeverfahren zurück.
Lasten und Gebrauch
Die Bruchlast gibt an, bei welcher Last ein Teil bricht; die sichere Arbeitslast liegt darunter. Sprenger empfiehlt eine mindestens vierfache Sicherheit. Wichard nennt eine Arbeitslast für nautische Anwendungen und bei einem Teil der Modelle zusätzlich eine Arbeitslastgrenze (WLL) für industrielle Anwendungen, die ein Fünftel der Bruchlast beträgt. Ob ein Schäkel zum Heben dienen darf, entscheidet die Angabe des Herstellers; Wichard schließt seine Schlüsselschäkel davon aus. Für Wichard-Schäkel gilt außerdem: nie seitlich belasten, vor jedem Gebrauch auf Verformung, Risse, Korrosion und Verschleiß prüfen, Kontakt mit Teilen aus normalem Stahl vermeiden und nach Kontakt mit Wasser an der Luft trocknen und die Gewinde schmieren.